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Wie Pegasus über Grenzen fliegen und fremde Welten kennenlernen oder Bildung ist nicht alles, aber ein ganz wichtiges Fundament in allen Bereichen

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Klippenstein_Fotograf

an/in Kulturdenkmalen sehen lernen – Klippenstein

Je früher Kinder an Themen und Probleme der nachhaltigen Entwicklung herangeführt werden, desto selbstverständlicher wird ihr späterer kritischer und engagierter Umgang mit den großen ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit werden. Diese Erkenntnis, von der UNESCO in Bezug auf ihre Schulen geäußert, betrifft natürlich auch den Umgang mit dem kulturellen Erbe, in dem sich nicht zuletzt auch oben genannten Herausforderungen widerspiegeln.

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Quedlinburg – bedingt auf KInder eingestellt, aber spannend

Deswegen ist es so wichtig, sich die Zeit zu nehmen und gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen die Themen zu erkunden, zu erfahren, zu diskutieren.

Im Bereich der Denkmalpflege gibt es seit vielen Jahren Schulprogramme, mit deren Hilfe, Schüler einerseits Sinn, Motivation und Notwendigkeit von Denkmalpflege und Denkmalschutz kennen- und (hoffentlich) verstehen lernen, sich andererseits aber auch ganz konkret mit Kulturdenkmalen beschäftigen, sie unmittelbar erfahren.

In Sachsen ist dies seit 1995 das Programm „Pegasus – Schulen adoptieren Denkmale“. Entstanden aus einem europäischen Projekt, das 1994 als 3jähriges Pilotprojekt „L´Ecole adopte un Monument“ von der Kulturstiftung des Europäischen Parlaments, die PEGASUS FOUNDATION – FONDATION PÈGASE, ins Leben gerufen wurde. Zwölf Staaten der Europäischen Union (EU) nahmen an dem Projekt teil. Je eine Stadt eines jeden Landes wurde ausgewählt.

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unvergesslich – auch dank der unglaublich engagierten, kindgerechten Führung, der nachträglichen Erzählungen und Erklärungen: Altenberg im fast UNESCO-Weltkultureerbe Montanregion Erzgebirge

Deutschlands erster Teilnehmer hieß Dresden. Seither beteiligen sich jedes Schuljahr Dutzende Schulen an dem Projekt, erkunden ihre Umwelt.

siehe hierzu ausführlich: http://www.schule.sachsen.de/pegasus/index.htm

In Thüringen gibt es ein solches Landesprogramm bis heute nicht (als einem der wenigen BL)

Aber zum Glück gibt es das bundesweite Schulprogramm „denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. vgl.  http://denkmal-aktiv.de/

Im Rahmen dieses Programms beschäftigen sich Teams aus Schülerinnen und Schülern, Lehrern und fachlichen Partnern (Denkmalschutz- und -fachbehörden, Handwerker, Architekten, Eigentümer, Bauforscher, Restauratoren usw.) anhand eines konkreten Kulturdenkmals in ihrem Umfeld mit gebauter Geschichte, aber auch den Grundlagen von Denkmalpflege. Toller Nebeneffekt: allmählich baut sich – gerade durch die Verbundverpflichtung – ein Netzwerk an engagierten Denkmalschützern auf: von Schülern bis Rentnern.

Fragen, denen dabei nachgegangen wird, sind u.a.:

  • Was sind überhaupt Kulturdenkmale und worin besteht ihr Wert?
  • Was erzählen die Bauwerke über die Menschen, die hier gelebt, gelernt oder gearbeitet haben?
  • Wo finde ich Spuren, die etwas über die Baugeschichte verraten, und was erfahre ich über Baumaterialien und handwerkliche Techniken?
  • Welche historischen Bauten und Anlagen und damit verbundene Überlieferungen sollten erhalten werden und warum?
  • Was kann ich zum Erhalt des kulturellen Erbes beitragen?

Für das Schuljahr hatte sich unter Federführung des BSZS Göschwitz – hier die Klasse B 14 (Betonbauer im 3. Lehrjahr) mit Maik Sterzing als unersetzlichem Lehrer – ein Jenaer Schulverbund aus BSZS Göschwitz, Leonardo Gesamtschule und Gemeinschaftsschule Wenigenjena mit dem Thema „Imaginata – Ein Umspannwerk ständig unter Strom“ beworben.

Prüssingvilla

Wohn- und Verwaltungsgebäude Prüssing Zementfabrik Göschwitz, 1897-1919

Ausgangspunkt waren der vorangegangene Tag des offenen Denkmals und Führungen meinerseits für die Betonbau-Klassen durch das Kulturdenkmal Prüssingvilla (Wohn- und Verwaltungshaus der ehemaligen Sächsisch-Thüringischen Cement-Fabrik Göschwitz).

So verschieden die Ausgangssituation der 3 Schulen, das Alter, die Interessen und die Möglichkeiten waren, es hat sooooooo unheimlichen Spaß gemacht, die coolen Teenies zu sehen, wie sie sich entgegen allen Posen eben doch begeistern und hinein knien und an ihrem Denkmal noch immer ungesehene Besonderheiten entdecken. Es ist toll, wenn einem von einer Baustelle ein Lehrling, der gleichzeitig Schüler am BSZS ist, entgegen läuft und vor Aufregung kaum Luft bekommt, während er von dem Portal erzählt, das er mit seiner Firma gerade im Keller gesichert hat. Oder wenn man im Gespräch mit sonst introvertierten 12jährigen merkt, wie sie sich für ein langsam verfallendes Denkmal interessieren, mitleiden und eigene Ideen zur Umnutzung schmieden (ganz ohne Denkgrenzen).

Kurz – dieser Aufwand wurde so vielfach zurückgezahlt, dass ich es jedem beruflichen Denkmalschützer – auch zur Selbstmotivation – nur ans Herz legen kann.

Unten ein paar Bilder vom Jenaer Projekt. Mehr unter: http://denkmal-aktiv.de/schulprojekte/archiv/schulen-2016/

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